Das war nichts für schwache Nerven. Nach einer scheinbar beruhigenden 3:0 Halbzeitführung gegen Odenkirchen, waren unsere Jungs am Ende froh, als die engagierte Schiedsrichterin das Spiel nach einer 5minütigen Nachspielzeit abpfiff und der 5. Saisonsieg mit 3:2 unter Dach und Fach gebracht und entsprechend ausgelassen gefeiert werden konnte. Einziger Wermutstropfen: Eine Viertelstunde vor dem Ende verletzte sich der Kapellener Torwart bei einer Rettungstat am Strafraumrand derart, dass er ausgewechselt werden musste und vermutlich mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen wird.

Nun aber zur Chronologie des Spiels:
Da das Hinspiel in Odenkirchen, obwohl sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstanden, mit 5:1 an den Gastgeber ging, hatten die Trainer Patrick und Jonas die Mannschaft neu eingestellt und eingeschworen, um einen solchen Spielausgang von Anfang an zu verhindern. Auch wenn die Gäste wieder konzentriert und selbstbewusst in die Partie starteten, dauerte es nur 4 Minuten, bis die Gastgeber mit einem schnell und präzise vorgetragenem Konter über die linke Seite das 1:0 erzielen konnten.
Danach übernahmen die Kapellener weitgehend die Spielkontrolle, pressten aggressiv und belohnten sich bereits 4 Minuten später mit dem 2:0. Trotz weiter überlegener Spielweise, ruhigem Spielaufbau aus der Abwehr heraus und schnell vorgetragenen Angriffen dauerte es bis zur 22. Minute, bevor wieder über die linke Angriffsseite das 3:0 vorbereitet wurde. Viel zu tun hatte danach die Schiedsrichterin, die schließlich kurz vor der Halbzeit einen Odenkirchener Spieler, der vorher schon durch vulgäre Ausdrucksweisen aufgefallen war, wegen einer Tätlichkeit mit glatt Rot vorzeitig in die Kabine schickte.

Nach der Pause blieb das Spiel hektisch, das Odenkirchener Trainergespann hatte bedingungslose Offensive ausgegeben und brachte auch vom Rand viel Unruhe in die Partie. Leider ließen sich unsere Jungs davon anstecken und beeindrucken. Statt ruhig die Überzahl auszuspielen, Ball und Gegner durch eine breitere Spielanlage laufen zu lassen, nahm man den Kampf Mann gegen Mann an, spielte unsaubere Pässe durch die Spielfeldmitte und kassierte bereits in der 41. Spielminute das erste Gegentor per Kopfball.
Auch danach machte man es nicht besser und vergab die nur noch wenigen Chancen meist leichtfertig und egoistisch, während der Kapellener Goalie immer wieder gefährliche Torschüsse der Gegner abwehren musste. Bei einer dieser Rettungstaten verletzte er sich dann in der 56. Minute ohne Fremdeinwirkung so schwer, dass er nach längerer Behandlungspause unter Schmerzen vom Platz geführt werden musste.

Mangels eines Ersatztorwartes übernahm unser längster Spieler, etatmäßiger Außenstürmer, die Rolle des Torwarts. Nur vier Minuten nach dem Rollentausch nutzen die Odenkirchener die Gunst der Stunde und verwandelten einen Freistoß zum 3:2 Anschlusstreffer und das große Zittern begann. Was folgte war eine gut zehnminütige Abwehrschlacht, bei dem unser „Aushilfstorwart“ zum Glück ordentlich warm geschossen wurde, so dass er drei Minuten vor dem Ende mit einer prächtigen Flugeinlage den Ball aus dem linken oberen Toreck fischen und den Torschrei der Gäste auf deren Lippen verstummen lassen konnte.

Entsprechend erleichtert fiel dann der Jubel der Gastgeber und deren Anhängerschaft aus, als durch den Schlusspfiff die nächsten drei Punkte auf dem Tabellenkonto in der Sonderliga gutgeschrieben wurden.