01.04.19 – 1. Mannschaft

Kapellen schießt sich den Frust von der Seele


Bericht: Harun Ogan |

Quelle: RP Online
Foto: Georg Salzburg(salz)

Von Dirk Sitterle

Während sich der SC Kapellen nur eine Woche nach dem 1:7-Debakel in Cronenberg im Kampf um die Aufstiegsplätze zurückmeldet, regiert in Jüchen Tristesse. Zwar keinen Sieg, aber immerhin ein Torfestival mit zwei Treffern in der Nachspielzeit bot die Holzheimer SG ihrem Publikum.

VfL Jüchen/Garzweiler – FC Remscheid 0:0. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig – so in etwa stellt sich in Jüchen die aktuelle Lage dar. Die Nullnummer vor heimischem Publikum bringt dem um den Klassenverbleib ringenden Tabellenvorletzten so gut wie nichts. Nah dran war nach gut einer halben Stunde Jonas Kell mit seinem Schuss an den Pfosten. Der als Reaktion auf den verletzungsbedingten Ausfall von Sven Raddatz reaktivierte Danny Hepner, eigentlich Co-Trainer der Zweitvertretung, verfehlte später nur ganz knapp (39.). Nach der Pause erhöhte Jüchen den Druck und das Risiko. Wiederum Hepner vergab aus sehr aussichtsreicher Position (60.), kurz darauf jagte der nach einem Remscheider Patzer an der Strafraumgrenze unverhofft in Ballbesitz gekommene Kosta Jamarishvili die Kugel übers Gestänge (62.). Für Jüchens Vorsitzenden Christoph Sommer die entscheidende Szene der Partie. Er haderte: „Ein Mann mit dieser Qualität muss so ein Geschenk einfach nutzen. Dafür gibt es keine Entschuldigung.“ Die ganze Chose hätte für die Jungs von Trainer Michele Fasanelli sogar noch komplett danebengehen können: Ferhat Ülker verfehlte für die Gäste aus spitzem Winkel (86.), Keeper Dominik Lingweiler war in der Nachspielzeit zur Stelle. Sommer machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Remscheid wollte doch gar nicht mehr. Wir dagegen können mit dem Punkt nicht zufrieden sein – und das sind wir auch nicht.“

SC Kapellen – TSV Meerbusch II 4:0 (0:0). Kapellens Sportlicher Leiter Jörg Ferber resümierte erleichtert: „Das war eine harte Nuss, denn der Gegner hat mit elf Mann hinten drin gestanden. Das war ein Geduldsspiel bis zum 1:0.“ Aber auch die Abwehr, wieder mit Nils Dübbert, der im Innenblock an die Seite von Marcel Koch gerückt war, ließ nichts zu. Geduld, die sich auszahlte, denn fünf Minuten nach dem Seitenwechsel nutzte Robert Wilschrey einen Foulelfmeter zum 1:0. Für seine zum Strafstoß führende Aktion gegen Dennis Schreuers hatte Meerbuschs Verteidiger Dominik Krause die Rote Karte gesehen. In Überzahl fand der SCK zusehends Spaß an der Partie: In der 68. Minute erhöhte Nils Mäker auf 2:0, dann übernahm Maximilian Kuznik: Gerade erst für Maik Ferber eingewechselt, markierte der ins zweite Glied gerutschte Stürmer das 3:0 (76.) und war nur vier Minuten später auch für das 4:0 verantwortlich. Und damit machte Ferber einen Haken unter den Pflichtsieg: „Es hat gereicht, trotz unserer personellen Probleme. Klar, wir hatten vor der Pause auch Glück, dass Meerbusch nur die Latte getroffen hat, aber wir hatten bestimmt 85 Prozent Ballbesitz. Darum geht das Ergebnis schon in Ordnung.“

Holzheimer SG – Teutonia St. Tönis 4:4 (0:1).
HSG-Trainer Guido van Schewick versuchte sich nach dem irren Match an einer sachlichen Einordnung: „Wir haben uns das Leben nach gutem Beginn unnötig selber schwer gemacht. Darum finde ich, der Punkt ist fast zu wenig, kann für uns aber vielleicht noch Gold wert sein.“ Im Duell der Aufsteiger gingen die Gäste durch einen Treffer von Brian Drubel in Führung (17.). Und profitierten dann von „einigen strittigen Entscheidungen des Schiedsrichters“, sagte van Schewick: Die Berechtigung des von Burhan Sahin zum 2:0 (65.) verwandelten Foulelfmeters zweifelte er stark an und auch beim 3:0 von Darius Strode (71.) sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Holzheims erfahrene Defensivkraft Thorsten Linnemeier erzürnten die vermeintlichen Ungerechtigkeiten so stark, dass er nach einem verbalen Disput mit dem Unparteiischen die Gelb-Rote Karte sah (73.). In Unterzahl kamen die Hausherren jedoch durch zwei Tore von Maurice Girke (75./85.) wieder auf 2:3 heran – und steckten selbst den Rückschlag von Darius Strodes 2:4 (88.) trotzig weg. Eine Moral, die van Schewick außergewöhnlich fand. Und in der wegen vieler Diskussionen auf fünf Minuten angesetzten Nachspielzeit kam die HSG tatsächlich noch zum verdienten Ausgleich: Nach einem Freistoß von Tom Nilgen staubte Bozidar Mestrovic zunächst zum 3:4 ab. Ein Nilgen-Standard führte kurz darauf auch zum 4:4: Teutonias Keeper Daniel Hitzschke foulte Yannick Joosten, den fälligen Elfmeter verwandelte Kunstschütze Tom Nilgen eiskalt. Danach war direkt Schluss.

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