23.09.07 – 1. Mannschaft

4:1 Sieg in Goch beim Rittmann Comeback


Bericht: Oliver Seibert |

Mit einem Sieg kehrte das buchstäblich letzte Aufgebot des SC Kapellen vom Auswärtsspiel in Goch zurück. Unterm Strich ein verdienter Erfolg, der den Zuschauern aufgrund des Spiel entscheidenden Treffers zum 1:3 noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Der SC Kapellen hatte nach den Ausfällen von Frank Klasen, Mathias Labusga, Fahrid Ouass, Dogukan Bayrak, Matthias Wiechert und Philipp Meisen nur noch 15 Spieler zur Verfügung. Erfreulich jedoch, das nach langer Verletzungspause erstmals wieder der Name Nicolas Rittmann als Auswechselspieler im Spielbericht auftauchte.

Die mit Oberligaambitionen in die Saison gestartete Viktoria nach der starken Vorstellung in Solingen in Bestbesetzung und von der Papierform her klarer Favorit gegen das letzte SC Aufgebot. Um es vorweg zu nehmen, die ohne große Ambitionen nach Goch angereiste SC-Fangemeinde wurde, insbesondere in der ersten Halbzeit, aufs Angenehmste überrascht. Kapellen kontrollierte vor der Pause nach Belieben das Spiel und brachte die behäbige und in der Rückwärtsbewegung sehr langsame Gocher Defensive mehr als einmal in Bedrängnis. Bezeichnend für das Spielgeschehen in der ersten Halbzeit die 20. Minute. Keeper Jesko Rehers fängt einen Ball ab. Abwurf auf die rechte Seite zu Martin Osei, Querpass auf Andi Pierlings, Diagonalpass auf den links durchgestarteten Dalibor Cvetkovic, Flanke auf den langen Pfosten, Kopfball Eduard Ungefug, 0:1. Kurz darauf beinahe das 0:2. Flanke Raddatz, Kopfball Cvetkovic aber Minas konnte den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten drehen. Vor dem SC Tor wurde es vor der Pause nur einmal wirklich gefährlich, als Andreas Schulz aus 25 m abzog, aber in Jesko Rehers seinen Meister fand.

Nach der Pause zunächst ein vollkommenes anderes Bild. Goch nun etwas engagierter und Kapellen gedanklich noch in der Kabine. Reihenweise unnötige Ballverluste ermöglichten es der Viktoria sich in der SC Hälfte fest zu setzen. Die Strafe für diese fahrlässige Spielweise in der 56. Min. Ein Freistoss von der Mittellinie segelte hoch in Richtung Fünfmeterraum, Freund und Feind verpassen und der Ball trudelt am irritierten Jesko Rehers vorbei ins lange Eck.

Ein heilsamer Schock, der unsere Mannschaft offensichtlich aus dem Halbzeittiefschlaf aufweckte. Bereits in der 60. Min. hatte Sven Raddatz die Führung auf dem Fuß, setzte das Leder aber nach einer sehenswerten Freistoßvariante aus 6m unbedrängt in die Wolken. In der 67. Min ein Gewühl im Gocher Strafraum, Stefan Dresen kommt zu Fall und Schiri Weinmann zögerte keine Sekunde und zeigt auf den Punkt. Andi Pierlings ließ Minas im Viktoria Tor keine Chance und vollstreckte zum 1:2. Der SC nun wieder Herr der Lage und gegen die kopflos anstürmenden Gastgeber mit zahlreichen Konterchancen.

Für Tumulte auf den Rängen und erregte Debatten nach Spielschluss sorgten dann die Ereignisse in der 80. Minute. Andi Pierlings blieb in Höhe der Mittellinie nach einer harten Attacke am Boden liegen. Jesko Rehers wollte den Ball in der Gocher Hälfte ins Seitenaus befördern. Normalerweise bedeutet so etwas Behandlung des Spielers und Einwurf zurück zur Partei, die den Ball ins Aus beförderte. Da hatte der clevere Gocher Abwehrrecke Stefan Galster aber etwas dagegen und spitzelte den ins Aus trudelnden Ball über die Seitenauslinie. Somit Einwurf für Kapellen und Ballabgabe an Goch.

Einwurf Cvetkovic auf Raddatz, Drehung und den Ball hoch in Richtung Viktoria Keeper Minas, der den Ball fängt. Aber Schiri Weinmann hatte den Ball noch nicht freigegeben und somit Wiederholung. Erneut Cvetkovic auf Raddatz, und dieser erneut den Ball hoch in Richtung Viktoria Keeper Minas, nur steht dieser jetzt ca. 12 m vor seinem Tor. Über ihn hinweg senkt sich der Ball ins Netz. Verdutze Blicke aller Beteiligten zum Schiedsrichter, der natürlich keine andere Wahl hat, als auf Tor zu erkennen.

Gegen konsternierte Gocher konnte Raddatz dann in der 82. Min. auf 1:4 erhöhen. Erfreulich aus SC Sicht das Comeback des lange verletzten Nicolas Rittmann, der in der 85. Min. zusammen mit Frederic Leufgen für Andi Pierlings und Sven Raddatz aufs Feld kam. Bereits in der 75. Min. hatte SC Coach Sven Schuchardt für den ausgepumpten Martin Osei Kevin Schmidt ins Spiel gebracht.

Fazit: Bis auf 15 Minuten nach der Pause hatte Kapellen das Spiel jederzeit unter Kontrolle und gewann verdient. Das kuriose 1:3 war die endgültige Entscheidung in einem Spiel, dass der SC zu diesem Zeitpunkt wieder sicher kontrollierte.

Kapellen spielte in folgender Aufstellung:

Rehers – Meier, V. Rittmann, Dresen, Cvetkovic – Hebold, Weniger, Osei (75. Schmidt), Pierlings( 85. N. Rittmann) – Ungefug, Raddatz (85. Leufgen)

Gelbe Karten: Valentin Rittmann

Stimmen zum Spiel:

Hartmut Scholz (Trainer Viktoria Goch): Es war kein gutes Spiel meiner Mannschaft. Die Art und Weise der Niederlage (in Anspielung auf das kuriose 1:3) ist aber einmalig.

Frank Klasen (verletzter SC Kapitän): Der Sieg geht vollkommen in Ordnung. Wir sind hier mit dem letzten Aufgebot angetreten und haben bis auf 15 Minuten nach der Pause eindeutig dominiert. Die Diskussionen um das 1:3 kann ich nicht verstehen. Wenn hier von Unsportlichkeit gesprochen wird, dann soll sich der Gocher Spieler mit der Nr. 12 zunächst mal an die eigene Nase fassen. Wenn wir den Ball ins Aus spielen lässt man den Ball auch ins Aus gehen und berührt in nicht kurz vor der Linie. Zum Tor selbst kann ich nur sagen, Dummheit des Torwarts. Sven Raddatz macht zweimal genau die gleiche Aktion (mit dem Rücken zum Tor) und beim zweiten Mal steht der dann meilenweit vor seinem Tor und guckt ungläubig dem Ball hinterher.

Foto: Zufriedene Mienen bei "Rückkehrer" Nicolas Rittmann und Jesko Rehers